Das Geheimnis der Heilung - wie altes Wissen die Medizin verändert
Ein unsichtbares Netzwerk verbindet Körper, Geist und Seele. Es ist unberechenbar, aber es strebt nach Kohärenz, nach dem Einklang. Innere Bilder steuern es, und sie nehmen Einfluss auf Krankheit und Heilung.
Seit die Neurowissenschaften die Macht des Geistes mehr und mehr belegen, kehrt uraltes Wissen in die Heilkunst zurück: Unikliniken arbeiten mit Heilern zusammen, Mediziner lernen selbst das Handauflegen, Onkologen unterstützen ihre Patienten mit Bewusstseinsreisen zu verborgenen inneren Bildern, Psychologen verbinden Trance und Feldenkrais-Arbeit, Ärzte helfen ihren Patienten, mit traditioneller chinesischer Medizin und Hypnose tief verborgene Ursachen chronischer Erkrankungen aufzuspüren.
Der ARD-Film und das Begleitbuch nehmen Sie mit auf eine spannende Forschungsreise. In bewegenden Patientengeschichten, persönlichen Erfahrungen und Begegnungen mit Wissenschaftlern, Ärzten, Therapeuten und Heilern zeigt sich ein ermutigender Wandel, der noch vor wenigen Jahren undenkbar schien.
Nächste Wiederholung: Keine weiteren Wiederholungen geplant !!
Auf der Website: www.das-geheimnis-der-heilung.de finden Sie Hintergrundinformationen und alle wichtigen Adressen und Links zu Film und Buch.
Artikel
Therapeutic Touch
Die heilende Kraft der Berührung
Forschungen belegen, wie wichtig es ist, den Menschen in der Pflege ganzheitlich zu betrachten und, neben dem physischen Körper, auch Geist und Gefühle mit einzubeziehen. Therapeutic Touch bietet einen solchen Ansatz und ist deswegen heute aus der Krankenpflege in Nordamerika nicht mehr wegzudenken.
Bis vor kurzem war man der Ansicht, dass Krankenpflege sich ausschließlich auf die Behandlung und Genesung des physischen Körpers beschränkt. Doch in den letzten Jahren hat ein Umdenken zugunsten der Heilprozesse und der Kranken stattgefunden. Heute weiß man aufgrund zahlreicher Forschungen, dass zur körperlichen Genesung auch eine Heilung der Gefühle stattfinden muss. Studien belegen, dass die Menschen schneller wieder gesund werden, wenn sie eine intensive Betreuung durch den behandelnden Arzt erfahren oder von Pflegepersonal betreut werden, das sich ihnen mitfühlend zuwendet.
Therapeutic Touch (TT) ist eine Heilmethode aus den USA. Sie wurde 1972 von Dr. Dolores Krieger, Krankenschwester und zu der Zeit Professorin für Krankenpflege an der New York University, und Dora Kunz, Heilerin, für die stationäre Behandlung als Pflegeintervention konzipiert. Mit ihr wird das Spektrum der üblichen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen wirkungsvoll erweitert. Dieser Methode liegen auch die Erkenntnisse von Dr. Martha Rogers (1) zugrunde, ebenfalls Krankenschwester und damals Professorin an der New York University.
Es handelt sich bei TT um eine moderne Version mehrerer uralter Heilmethoden des Handauflegens. Die Methode beruht auf der Annahme, dass alle Lebewesen komplexe Energiefelder sind und dass diese Energiefelder ständig im Austausch mit ihrer Umwelt stehen. Eine weitere Annahme ist, dass jeder Mensch die natürliche Fähigkeit besitzt, Heilung in anderen Menschen zu unterstützen. Diese Fähigkeit wird von den Menschen oft intuitiv angewandt, etwa wenn eine Mutter ihrem Kind die Hand auf den Bauch legt, wenn es Bauchschmerzen hat. Der bewusste Einsatz dieser Methode, Energien gezielt zu leiten, kann erlernt werden. Dr. Krieger gab dem Heilen mit den Händen einen Rahmen und schuf damit vor über 35 Jahren eine zu damaliger Zeit einmalige Möglichkeit, Heilen zu unterrichten. Außerhalb der Kranken- und Altenpflege wird TT gerne als komplementärmedizinische Methode zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte angeboten.
Vor jeder Behandlung mit Therapeutic Touch ist es notwendig, den Patienten um Erlaubnis zu bitten, seine Genesung auf diese Weise unterstützen zu dürfen. Die standardisierte Methode hat das Ziel, ein ausgeglichenes Energiefeld wieder herzustellen, da jede Krankheit auch mit einer Störung im Energiefluss einhergeht. Störungen sind energetische Blockaden oder „leere Zonen“, die in 5-10 cm Abstand vom Körper mit Hilfe der Hände von der Praktizierenden erspürt werden. Viele Praktizierende empfinden Zonen, in denen der Energiefluss gestört ist, z.B. als Kribbeln, Drücken, Ziehen, Kälte oder Wärme. Hat die Praktizierende sich ein Bild über den Zustand des Energiefeldes gemacht, kann sie individuell auf die Bedürfnisse des Patienten mit Hilfe seines Energiefeldes eingehen, um dieses zu harmonisieren und ein heilendes Energiemuster wieder herzustellen. Da sie sich dem Patienten mit Mitgefühl zuwendet, begegnen sich Patient und Pflegende auf einer ganz anderen Ebene.
Aufgrund zahlreicher Studien und jahrzehntelanger klinischer Erfahrung weiß man heute, dass Therapeutic Touch besonders wirksam eingesetzt werden kann, um Anspannung oder Angst zu reduzieren und die Entspannung zu fördern, die Wahrnehmung von Schmerz zu verändern bzw. Schmerzen zu lindern, die Wundheilung und Rekonvaleszenz zu beschleunigen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und das Immunsystem zu stärken. Ebenso kann TT zur ersten Hilfe nach Unfällen oder bei Verletzung eingesetzt werden. Patienten berichten fast immer von einem gesteigerten Wohlbefinden und einer größeren Zufriedenheit mit ihrer Behandlung. In der Sterbebegleitung, wo es nicht mehr um das Wiederherstellen von Gesundheit, sondern um eine Begleitung auf dem letzten Weg geht, kann Therapeutic Touch von unschätzbarem Wert für diese letzte Phase des Lebens sein, indem es den Menschen hilft, friedlich zu sterben.
Bei der Anwendung ist eine gute Integrierbarkeit in den stationären Alltag wichtig, da heutzutage immer weniger Zeit für den einzelnen Patienten zur Verfügung steht. Auch hier bietet Therapeutic Touch eine „benutzerfreundliche Möglichkeit“, da Behandlungen relativ kurz sein können (schon nach 2-3 Minuten tritt eine Reaktion ein) und es „nebenbei“ während der Grundpflege, beim Verbandswechsel oder beim Blut abnehmen eingesetzt werden kann.
Nicht zu unterschätzen ist der Aspekt, dass TT bei den Mitarbeitern, die es anwenden, das Burn-out-Syndrom drastisch reduziert. Und natürlich können Mitarbeiter sich gegenseitig unterstützen bei körperlichen Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schmerzen. Die Zufriedenheit unter dem Pflegepersonal wächst mit dieser Methode, da TT eine andere Dimension in der Pflege eröffnet, da die Pflegenden ihren Patienten auf einer anderen Ebene begegnen und immer noch „etwas zur Hand haben“, wenn nichts anderes mehr geht, etwa die Medikamente nicht greifen.
Wenn eine Institution Therapeutic Touch mit in ihr pflegerisches Konzept aufnimmt, steht meistens der Service für den Patienten im Vordergrund. Da die Menschen, die mit dieser Methode arbeiten, gleichzeitig von einer gesteigerten Zufriedenheit während der Arbeit berichten und die Krankheitsquote unter den Mitarbeitern gesenkt werden kann (geringeres Risiko von Burn-out Symptomen), ist es für alle Seiten ein Gewinn.
(1) Rogers, M.: Theoretische Grundlagen der Pflege, Lambertus, 1997